Es gibt einen Satz in der deutschen Sprache, der immer dann Anwendung findet, wenn eine Person im fortgeschrittenen Alter verstirbt. Von Hinterbliebenen weniger, wohl aber von Menschen, die im Rahmen einer Bekanntschaft eine Verbindung zu dem Verstorbenen hatten, und solchen, die ihn gar nicht kannten, hört man oft, als wäre es eine Rechtfertigung für das Ableben des Betagten, immer wieder die Worte: „Er hatte ein erfülltes Leben!“
Vor einigen Tagen verstarb im Alter von 108 Jahren der bekannte Schauspieler Johannes Heesters. Er hatte es geschafft, die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes unserer Gesellschaft um Längen zu überbieten und ist nun tot. Auch er hatte, wenn man sich seine Biografie vor Augen hält, ein erfülltes Leben, nicht wahr?
Nun, ich möchte den geneigten Leser an dieser Stelle zu einem kleinen Gedankenspiel auffordern.
Sie alle kennen Menschen im Rentenalter, vor allem solche, die bereits in Rente gegangen sind. Vielleicht kennen Sie sogar jemanden, der Frührentner ist -um so besser.
Bitte stellen Sie sich eine Person dieser Art vor.
Nun rekapitulieren Sie dessen Leben.
Schritt 1:
Die Person ist aufgewachsen und zur Schule gegangen. Dort hat sie viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.
Schritt 2:
Nach der schulischen Ausbildung kam die berufliche in Form einer Lehre oder eines Studiums. Auch hier hat die Person viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.
Schritt 3:
In der Zeit, da die Person ihrem erlernten Beruf nachging, ereignete sich weiterhin mannigfaltiges.
Erneut lernte sie viel (man lernt schließlich nie aus), sammelte Erfahrungen und erlebte so manches.
Sie ging auf Reisen und gab ihr Geld, soweit es ihr möglich war, für Anlegenheiten aus, die ihr bedeutend erschienen. Zudem setzte sie eventuell ein oder mehrere Kinder in die Welt, denen sie ihr Wissen vermittelte -eine Art kultureller oder gesellschaftlicher Nachlass.
Schritt 4:
Das Jetzt!
Die Person ist nicht länger werktätig und hat sich zur Ruhe gesetzt. Sie hat somit gelernt, erfahren und erlebt, was ihr möglich war.
Schritt 5:
Ein Ausblick!
Was wird noch kommen im Leben der Person?
Vielleicht wird sie nach wie vor auf Reisen gehen, Wanderungen unternehmen oder Sport treiben, um sich körperlich fit zu halten. Vielleicht legt sie sich auch ein Hobby zu, wie etwa das Lesen von Büchern, das Fertigen von Modellen oder das Installieren einer Modelleisenbahn nebst Landschaft. Vielleicht sammelt sie auch Briefmarken, oder, oder oder...
Sie wird also weiterhin etwas lernen, erfahren und erleben.
Doch über eines sollten wir uns im Klaren sein. Egal wie lange die Person noch leben wird, es wird immer eine Reise geben, die sie nicht mehr unternehmen kann, einen Wanderweg, den sie nicht mehr ablaufen kann, ein Buch lesen, dessen letzte Seiten sie nicht mehr lesen wird, oder ein Modell bauen, welches den letzten Anstrich nicht mehr von ihr bekommen wird.
Die Frage, die sich nun stellt, ist die, wonach bemessen wird, wann ein Leben als erfüllt und wann als unerfüllt bezeichnet werden kann.
Eine Erfüllung ist, nehmen wir das Wort einmal auseinander, von „Voll sein“ geprägt. Es ist „erfüllt“ bzw. „befüllt“ oder „gefüllt“. Wenn etwas voll ist, beispielsweise ein Glas, in welches Wasser eingeschenkt wurde, dann kann nicht mehr Wasser eingeschenkt werden. Da aber ein Mensch kein Glas ist und es zu viele Dinge auf Erden gibt, an denen ein Mensch teilhaben kann, kann sein Leben nie als erfüllt betrachtet werden. Schließlich gibt es immer mindestens eine Sache, der er nicht mehr nachgehen, die er nicht mehr vollenden kann.
Ich selbst bin sechsundzwanzig Jahre alt und habe schon viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so einiges erlebt. Aber, würde ich morgen vom Auto angefahren werden und sterben, würde niemand auf die Idee kommen, zu behaupten, ich hätte ein erfülltes Leben gehabt.
Dafür bin ich nicht alt genug. Johannes Heesters hingegen schon.
Daher sollte einmal darüber nachgedacht werden, ob die Phrase vom erfüllten Leben, diese falsche Legitimation des Sterbens, nicht ersatzlos aus dem Wortschatz gestrichen werden sollte. Vor allem im Hinblick auf die Hinterbliebenen, denn einen Trost ist dieser Satz in keinem Falle. Jeder Mensch, der stirbt und andere Menschen, die ihn lieben und die er liebte, um sich hatte, ist es wert, dass er weiterlebt, ganz gleich, wie viel er in seinem Leben gelernt, erfahren und erlebt hat.
Vor einigen Tagen verstarb im Alter von 108 Jahren der bekannte Schauspieler Johannes Heesters. Er hatte es geschafft, die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes unserer Gesellschaft um Längen zu überbieten und ist nun tot. Auch er hatte, wenn man sich seine Biografie vor Augen hält, ein erfülltes Leben, nicht wahr?
Nun, ich möchte den geneigten Leser an dieser Stelle zu einem kleinen Gedankenspiel auffordern.
Sie alle kennen Menschen im Rentenalter, vor allem solche, die bereits in Rente gegangen sind. Vielleicht kennen Sie sogar jemanden, der Frührentner ist -um so besser.
Bitte stellen Sie sich eine Person dieser Art vor.
Nun rekapitulieren Sie dessen Leben.
Schritt 1:
Die Person ist aufgewachsen und zur Schule gegangen. Dort hat sie viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.
Schritt 2:
Nach der schulischen Ausbildung kam die berufliche in Form einer Lehre oder eines Studiums. Auch hier hat die Person viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.
Schritt 3:
In der Zeit, da die Person ihrem erlernten Beruf nachging, ereignete sich weiterhin mannigfaltiges.
Erneut lernte sie viel (man lernt schließlich nie aus), sammelte Erfahrungen und erlebte so manches.
Sie ging auf Reisen und gab ihr Geld, soweit es ihr möglich war, für Anlegenheiten aus, die ihr bedeutend erschienen. Zudem setzte sie eventuell ein oder mehrere Kinder in die Welt, denen sie ihr Wissen vermittelte -eine Art kultureller oder gesellschaftlicher Nachlass.
Schritt 4:
Das Jetzt!
Die Person ist nicht länger werktätig und hat sich zur Ruhe gesetzt. Sie hat somit gelernt, erfahren und erlebt, was ihr möglich war.
Schritt 5:
Ein Ausblick!
Was wird noch kommen im Leben der Person?
Vielleicht wird sie nach wie vor auf Reisen gehen, Wanderungen unternehmen oder Sport treiben, um sich körperlich fit zu halten. Vielleicht legt sie sich auch ein Hobby zu, wie etwa das Lesen von Büchern, das Fertigen von Modellen oder das Installieren einer Modelleisenbahn nebst Landschaft. Vielleicht sammelt sie auch Briefmarken, oder, oder oder...
Sie wird also weiterhin etwas lernen, erfahren und erleben.
Doch über eines sollten wir uns im Klaren sein. Egal wie lange die Person noch leben wird, es wird immer eine Reise geben, die sie nicht mehr unternehmen kann, einen Wanderweg, den sie nicht mehr ablaufen kann, ein Buch lesen, dessen letzte Seiten sie nicht mehr lesen wird, oder ein Modell bauen, welches den letzten Anstrich nicht mehr von ihr bekommen wird.
Die Frage, die sich nun stellt, ist die, wonach bemessen wird, wann ein Leben als erfüllt und wann als unerfüllt bezeichnet werden kann.
Eine Erfüllung ist, nehmen wir das Wort einmal auseinander, von „Voll sein“ geprägt. Es ist „erfüllt“ bzw. „befüllt“ oder „gefüllt“. Wenn etwas voll ist, beispielsweise ein Glas, in welches Wasser eingeschenkt wurde, dann kann nicht mehr Wasser eingeschenkt werden. Da aber ein Mensch kein Glas ist und es zu viele Dinge auf Erden gibt, an denen ein Mensch teilhaben kann, kann sein Leben nie als erfüllt betrachtet werden. Schließlich gibt es immer mindestens eine Sache, der er nicht mehr nachgehen, die er nicht mehr vollenden kann.
Ich selbst bin sechsundzwanzig Jahre alt und habe schon viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so einiges erlebt. Aber, würde ich morgen vom Auto angefahren werden und sterben, würde niemand auf die Idee kommen, zu behaupten, ich hätte ein erfülltes Leben gehabt.
Dafür bin ich nicht alt genug. Johannes Heesters hingegen schon.
Daher sollte einmal darüber nachgedacht werden, ob die Phrase vom erfüllten Leben, diese falsche Legitimation des Sterbens, nicht ersatzlos aus dem Wortschatz gestrichen werden sollte. Vor allem im Hinblick auf die Hinterbliebenen, denn einen Trost ist dieser Satz in keinem Falle. Jeder Mensch, der stirbt und andere Menschen, die ihn lieben und die er liebte, um sich hatte, ist es wert, dass er weiterlebt, ganz gleich, wie viel er in seinem Leben gelernt, erfahren und erlebt hat.



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