Montag, 4. Februar 2013

Life is fun - make the best of it

oder anders gesagt: Man muss ja nicht gleich heiraten!

Sonntag, 27. Januar 2013

The First, the Last, the Everything

Im Laufe eines Lebens widerfahren einem Menschen die unterschiedlichsten Dinge, positive wie auch negative.
Der Mensch wächst heran. Er mag eine traurige oder auch eine glückliche Kindheit haben. Es mag sein, dass er viel lacht, es mag sein, dass er weint. Ihm wird etwas geschenkt. Anderes muss er sich erarbeiten.
Auch im beruflichen Bereich gibt es viel für ihn zu erleben. Und auch hier wird es schöne Momente geben und solche, die er lieber aus seinem Gedächtnis vertreiben möchte.

Von naturwissenschaftlicher Seite aus betrachtet ist ein Mensch eine Ansammlung von Organen, Knochen, Muskeln usw. und vor allem Nerven. Letztere bündeln sich in seinem Kopf und und die über sie transportierten Informationen werden dort im Gehirn verarbeitet. Die Folgen dieser Verarbeitungen finden sich in dem wieder, was allgemein hin als Gefühle oder Empfindungen bezeichnet wird. Dadurch ist es dem Menschen oder vielmehr dem Körper möglich zu lernen und bei gleichen oder ähnlichen Situationen entsprechend zu agieren und zu reagieren.

Vernachlässigt man indes diese biologische Seite, so sieht man einen gänzlich anderen Menschen vor sich, doch auch hier geht es um Gefühle und Empfindungen. Spirituell gesehen ist hier die Seele der passende Ansprechpartner. Sie ist die Antriebsfeder für alles, was der Mensch denkt und macht.
Hier wurzeln eben jene Gefühle, die aus einem Menschen das machen, als das er allgemein hin betrachtet wird.

Ob es so etwas, wie eine Seele, gibt, kann ich nicht beantworten. Da ich kein spiritueller Mensch bin, muss ich es allerdings verneinen. Die Existenz von Gefühlen und deren Auswirkungen indes kann ich nicht verleugnen.

Was aber ist das oberste Maximum in dieser Welt der Gefühle?
Ist es die sogenannte pure Freude, die unermessliche Tiefe einer Trauer?
Was wiegt mehr?
Ist es der Moment, in dem man erkennt, dass ein anderer Mensch bedingungslos für einen da ist oder wiegt der Verlust eines nahestehenden Menschen schwerer?

Aus meiner Sicht liegt dieses Maximum des Empfindens irgendwo in dem Kanon der Gefühle, die mit dem lediglich zweisilbigen aber dennoch gigantischen Wort der Liebe umfasst werden.
Von daher stellt sich die Frage, ob es etwas schöneres und zugleich schrecklicheres gibt als eben jene Liebe...

Ich gehe davon aus, dass, wenn ein Mensch einen anderen kennen lernt und ein gewisses Maß von Verbundenheit zwischen einander zu sehen glaubt, dies noch lange keine wahre Liebe ist. Wahrscheinlich ist es eher ein Vergucken oder im besten Fall ein Verliebt sein. Liebe entsteht erst später, also dann, wenn einige Zeit ins Land gegangen ist und diese Verbundenheit auf die Probe gestellt wurde.
Diese Probe kann unterschiedlich ausfallen. Vielleicht gibt es ein Problem zu meistern oder es gilt, über einen längeren Zeitraum mit einander zu leben und den anderen in einer Weise kennen zu lernen, so dass man sich in ihn hineinversetzen kann.
Manchmal fühlt man sich einfach nur bei einem anderen Menschen geborgen und ist schlicht glücklich, wenn man in seiner Nähe sein darf. Die Probe könnte in diesem Fall die sein, dass man für längere Zeit getrennt von einander ist und sich eines schönen Tages wiedersieht. Besteht dann diese innere glückliche Ruhe weiterhin, so könnte auch dies ein Indiz dafür sein, dass das anfängliche Verliebtsein sich gewandelt und weiterentwickelt hat.

Sagen wir, dass es eine Verbundenheit zweier Menschen gibt und dass diese Verbundenheit schon auf eine Probe gestellt wurde. Sagen wir also, dass zwischen den beiden Menschen so etwas wie Liebe entstanden ist.
Hier nun sehen wir das sprichwörtliche höchste der Gefühle. Die Liebe ist der ständige Begleiter der beiden Menschen. Sie umgibt sie und wärmt sie auf emotionaler Seite und ganz gleich, wie die äußeren Umstände auch sein mögen, die beiden Menschen haben immer einander und können sich auf den jeweiligen anderen verlassen.
Liebe ist somit gleichsam auch ein Refugium in das sich die beiden zurückziehen können, wenn es einmal zu schwer wird. Sie ist ebenso der Ruhepol, den die beiden Menschen nutzen können, um sich zu entspannen und zu erholen.

Sagen wir nun, dass diese Verbundenheit von einseitiger Natur ist. Einer der beiden Menschen hat die Verbundenheit für sich erkannt und auch die Probe, auf die sie gestellt wurde, wurde bestanden.
Erneut ist es zu einem Zustand der Liebe gekommen, doch diese Liebe ist nicht gegenseitig.
Was wir hier erkennen ist nunmehr der schlimmste Fall, der einen Menschen treffen kann. Er ist hin und hergerissen. Auch in dieser Situation wird der Mensch von Liebe umgeben, auch er hat ein Refugium. Doch gleicht dieser Rückzugsort eben keinem Ruhepol. Im Gegenteil. Er heizt den Menschen weiter auf, trübt seinen Blick und lässt etwas, dass zum Greifen nahe ist, in schier unendlicher Ferne sein.
Der Mensch hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder er gibt auf und verbannt alle den anderen Menschen betreffenden Empfindungen aus seinem Geist (wieder ein spiritueller Begriff; vielleicht ist Alltag auch ein Wort der Wahl) und nimmt emotional so viel Abstand wie irgend möglich, oder er verweigert sich dieses Rettungsrings. Entscheidet er sich für den zweiten Weg, so ist er aufgeschmissen und womöglich Gefangener seiner selbst. Was soll er nun tun?
Der Mensch weiß, dass er auf dem richtigen Weg ist, dass der andere Mensch ihm als das bieten kann, was er begehrt (und da sind sexuelle Angelegenheiten noch gar nicht inbegriffen. Diese sind additiv zu dem zu sehen, was ich bisher geschrieben habe).
Aber an irgendeiner Stelle beißt der Mensch auf Granit. Er kommt nicht zu seinem Gegenüber durch.
Gibt es eine eindeutige Lösung für dieses Dilemma? Die Liebe, die der Mensch empfindet, frisst ihn nahezu auf und kann entscheidende Auswirkungen auf seinen Alltag haben. Abgrenzung von anderen, Aggression auf Grund von Unausgeglichenheit. Nennt es, wie Ihr es wollt. Die Auswirkungen sind wahrscheinlich mehr als zahlreich.
Und wenn alles schief läuft, entdeckt der Mensch Strohhalme vor sich aufblitzen. Kleine und Kleinstlichtblicke, nach denen er greift, um die Barriere zu durchbrechen und so vielleicht doch noch zu dem anderen Menschen durchzudringen. An dieser Stelle ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen wahrscheinlich kaum mehr als eine vage und äußerst wohlmeinende Umschreibung der Katastrophe, in der sich der Mensch befindet.

Der Gipfel dieser Apokalypse, dieses inneren Weltuntergangs, ist demnach zugleich der Todesstoß für den ohnehin schon labilen Menschen.
Gesetzt des Falles, der geliebte, jedoch nicht liebende Mensch bekommt Wind von den Gefühlen des Gegenüber, woraufhin sich eine Aussprache entwickelt, dann ist wohl der schlimmste Satz, den der geliebte Mensch zu besten geben kann, gleichsam auch die Art von Humor, auf den die Ironie voll und ganz abfährt.
„Ich liebe Dich auch... als Freund!“
Jetzt 'mal im Ernst...solch ein Satz sollte doch unter Todesstrafe stehen. Dann doch lieber eiskaltes Anlügen!

In diesem Sinne, liebe Leser, überlegt Euch wohl, wenn Ihr Euch anschickt, jemandem Euer Herz zu schenken. Es kann schließlich sein, dass Ihr es schon bald als geklaute Ware auf einem türkischen Basar wiederfindet oder auf Ebay, Startgebot 1 Euro.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Überlegungen über den alltäglichen Umgang mit dem Inhalt des Wortes „Gemeinschaft“

Gemäß Cicero ist eine Gemeinschaft ein Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Interessen. Dies, in nicht ganz so knappen Worten, schrieb er in seinem staatsphilosophischen Werk „de re publica“ vor rund 2000 Jahren und bis heute hat diese These Bestand -könnte man meinen.
Aber, ist es noch immer eine Gemeinschaft, wenn die Gruppierung nicht mehr aus den ursprünglichen Mitgliedern besteht, sondern nunmehr aus Menschen, die viele Generationen nach der „Gründung“ in sie hineingeboren wurden?
Können diese neuen Mitglieder mit Recht behaupten, Teil jenes Zusammenschlusses auf Basis gemeinsamer Interessen zu sein? Und wenn ja, sind die Interessen noch immer die gleichen geblieben oder haben sie sich verschoben?
Wie sehen diese Interessen eigentlich aus?
Gemessen an der Bundesrepublik Deutschland -welche Namen tragen diese Interessen?

Ich sitze hier an meinem Laptop und tippe diese Zeilen mit all ihren Worten und Fragezeichen, doch möchten mir beim besten Willen keine Antworten einfallen.
Was sind die Interessen der Gemeinschaft mit Namen „Bundesrepublik Deutschland“?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass die Gemeinschaft im Ganzen kaum mehr als eine Ansammlung von Menschen ist, deren alleinige Basis darin besteht, dass sie eine einigermaßen einheitliche Sprache sprechen, nämlich Deutsch.
Aber, darin lässt sich noch keine Gemeinschaft erkennen. Wenn die Sprache die Gemeinsamkeit ist, so sind viele Deutsche gleichsam auch Franzosen, Engländer, Spanier usw..
Es müssen noch andere Interessen vorliegen.
Ist es die Liebe zum Ackerbau? Wohl kaum, denn schon längst ist die Republik, trotz ihrer zahlreichen Agrarflächen, eine sogenannte Dienstleistungsgesellschaft. Auch auf dem Industriesektor hat die Nation viel zu bieten und auch hier wird weder Gerste angebaut noch Mais geerntet.
Möglich also, dass sich die Gemeinschaft mit Namen Bundesrepublik Deutschland aus diesen drei großen Faktoren zusammensetzt und sich somit aufrechterhält. Einige erzeugen die Nahrung, andere vertreiben sie, wieder andere verfeinern sie zu etwas schmackhaftem und zuletzt gibt es noch diejenigen, die die Maschinen bauen und die Gebäude errichten, mit denen das Erzeugen, Vertreiben und Verfeinern erst möglich gemacht wird.
Dies könnte ein denkbarer Ansatz sein. Ein jeder lebt für sich allein, und dann und wann greifen die Zahnräder des Einzelnen ineinander und ermöglichen einen reibungslosen Ablauf des Zurechtkommens.

Doch die Gemeinschaft mit Namen Bundesrepublik Deutschland reklamiert für sich mehr zu sein als jener lose produktive Verbund. Sie spricht von sich als Rechts- und Sozialstaat.
Regeln wurden (und werden noch immer) aufgebaut. Richtlinien und Gebote, nach denen ein friedvolles und soziales Miteinander möglich ist. Es scheint daher so zu sein, dass die Menschen in der behandelten Gemeinschaft über ihren eigenen Tellerrand hinausschauen und Kontakt zu den anderen Individuen aufbauen möchten. Zum einen möchten sie sichergehen, dass sie sich dabei nicht selbst gefährden, und zum anderen möchten sie anderen helfen, wenn es diesen schlecht geht, bzw. möchten, dass man ihnen im Falle einer Not ebenso beisteht.
In dem Wort Sozialstaat steckt der lateinische Begriff des Sozius, was in der Übersetzung Begleiter bedeutet. Die Menschen möchten also teilnehmen am Leben und Streben der Menschen in ihrer Umgebung.
So, der ursprüngliche Gedanke der Gründungsmitglieder, glaube ich.

Wie verhält es sich aber mit den Menschen, die heute Teil dieser Gemeinschaft sind?
Wenn ich mir die Berichte der Tagesschau ansehe oder die Zeitung lese, beschleicht mich mehr und mehr der Verdacht, dass es den Menschen in Deutschland zwar gefällt, sie aber nicht Teil des gemeinschaftlichen Systems sein möchten. Die Arbeitgeberseite verweigert eine Anpassung des Lohnniveaus und Privatpersonen fordern eine Beschneidung des Sozialapparats.
Auch auf dem familiären Sektor hat sich viel getan. Die generationsübergreifenden Bande lösen sich auf. Die Zeiten, in denen von der Urgroßmutter bis zum jüngsten Kind alle im gleichen Haus oder in der gleichen Siedlung gewohnt haben, sind vorbei. Junge Eltern schreien nach Selbstverwirklichung und gehen arbeiten und aus Kindergärten werden Depots.
Auch Altenheime erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit. Viele verkommen zu Verwahranstalten, denen man einen lustigen Besuch abstatten kann, wenn der Zoo an einem sonnigen Sonntagnachmittag überfüllt ist.
Und zuletzt gibt es dann noch die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren.
Sie sitzt in der Bahn auf dem Weg von A nach B. Es ist ein frischer Sommertag und unter der Strumpfhose, die sie trägt, kann man die Silhouette ihrer Beine erahnen. Gleiches gilt für die Bekleidung des Oberkörpers.
Sie ist in ein Buch vertieft und wartet darauf, dass ihre Haltestelle ausgerufen wird.
Sie ist, obgleich sich in der Bahn viele Menschen befinden, alleine unterwegs.
Da gesellt sich mit einem Mal ein Mann zu ihr. Sie kennt ihn nicht und auch er hat keine Ahnung, wie sie heißt, aber er scheint sehr an ihr interessiert und macht dies auch deutlich.
Er spricht mit ihr und betont, wie schön er sie finde und dass er sie gerne kennen lernen möchte. Wohin sie führe, will er wissen, und schließlich erkundigt er auch nach ihrem Namen.
Sie schweigt unentwegt und dann und wann lässt sie durchblicken, dass sie allein sein will. Ihn stört das nicht weiter. Die paar Worte, die die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren an ihn richtet, stoßen nicht nur auf taube Ohren, sie schüren auch ein Unverständnis.
Das wäre doch nicht ihr Ernst, analysiert der aufdringliche, ihr fremde Mann. Er wüsste genau, dass sie nichts lieber täte, als mit ihm zu gehen.
Schließlich versucht er, sich ihr auch physisch zu nähern, und streichelt eines ihrer bestrumpfhosten Beine.
Energisch entfernt die junge, volljährige, alleinreisende Frau von ungefähr 25 Jahren die Hand des aufdringlichen Fremden und faucht ihn an, er solle endlich damit aufhören und sie in Ruhe lassen.
Hier nun zeigt sich, dass der Mann stärker ist als sie und noch immer nicht willens, sein Unterfangen abzubrechen. Ein weiteres Mal fährt seine Hand vor und nun umklammert der Mann das Bein der Frau, der es nun nicht mehr möglich ist, die Hand wegzustoßen.
Da krächzen plötzlich rettende Worte durch die Lautsprecheranlage des öffentlichen Verkehrsmittels und die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren erhebt sich schnell. Sie schafft es, sich aus der Umklammerung zu befreien und eilt in Richtung der Tür, die sich kurz darauf auch öffnet.
Sie verlässt die Bahn und der Mann bleibt zurück.

Ich wiederhole, was ich eingangs dieser kleinen Episode schrieb: Die Bahn war voller Menschen, doch die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren war allein!
Keiner der anderen Fahrgäste hatte es für nötig gehalten, einzuschreiten.
Wo also ist hier eine Gemeinschaft zu finden?
Ich schätze, dass in einem Raum einer durchschnittlichen Bahn wenigstens vierzig Menschen Platz haben, mehr noch, wenn einige stehen.
Gesetzt des Falles, dass sich die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren mittig im Raum aufgehalten hat, so waren (ebenfalls geschätzt), mindestens zwanzig weitere Personen in Hörweite und es ist nicht davon auszugehen, dass all diese Personen älteren Semesters, sagen wir 70+, waren.
Selbst, wenn der aufdringliche Mann von sportlicher und gestärkter Statur gewesen wäre, hätte doch eine beherzte Formation von vier bis fünf Personen locker ausreichen müssen, um das Szenario mit sofortiger Wirkung zu beenden.
Allerdings gab es solch eine Formation nicht!
Ich wiederhole: Wo also ist hier eine Gemeinschaft zu finden?
Wo der Rechts- und Sozialstaat oder zumindest ein grundsätzliches Verständnis und Empfinden für jenen?
Kann es wirklich so sein, dass all die Zeugen so sehr um ihr eigenes Wohlbefinden besorgt waren, dass sie die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren lieber „opferten“, um sich selbst zu schützen?
Oder liegt hier ein viel größeres Übel vor? Eine allgegenwärtige Ignoranz?
Ein Einschreiten in dieser klassischen Jungfrau-in-Nöten-Geschichte hätte kein Heldentum bedeutet, sondern einfach eine simple Existenz von Menschlichkeit und Selbstreflexion, schließlich könnte die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren jederzeit durch einen jungen volljährigen Mann von ungefähr 25 Jahren ersetzt werden oder schlimmer noch, durch ein kleines Kind von ungefähr 7.
Nun sieht eine junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren auch ungefähr aus wie 25 oder zumindest volljährig.
Daher kann eine mögliche Erklärung für die vollständige Abwesenheit von Hilfe auch so lauten: Sie ist erwachsen, sie hat sich so angezogen. Sie wird schon wissen, was sie tut. Wenn sie das, was der Kerl will, selber nicht will, kann sie ja gehen!!!

Ich kann für mich nicht sagen, welche der drei Überlegungen vorherrschend war. Wahrscheinlich war es ein Mix aus allen und leider kann ich auch nicht sagen, wie ich mich verhalten hätte.
Gerne würde ich hier schreiben, dass ich mich berherzt erheben und ebenso beherzt zu Hilfe eilen würde, aber das wäre gelogen, oder zumindest nicht ehrlich.

Zudem (und wieder allgemein gesprochen), wäre die junge, volljährige Frau von ungefähr 25 Jahren keine hübsche Person, die in eine sexuell motivierte Bedrängnis geraten wäre, sondern außerordentlich hässlich und frei von jeglicher Eitelkeit und würde gemobbt, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einschreitet, noch geringer, wenn nicht gar gleich NULL!

So funktioniert, meines Erachtens nach, Gemeinschaft im Land mit Namen Bundesrepublik Deutschland -nämlich gar nicht...

Donnerstag, 28. Juni 2012

Vom Sozialnikotindarwinismus

„Es kann der liebste nicht in Frieden leben, wenn's dem bösen Nachbarn nicht gefällt!“
So lautet ein bekannter Satz, den viele nur zu gut nachvollziehen können. Schon Udo Jürgens besang ihn ausführlich in seinem „ehrenwerten Haus“.
Der böse Nachbar will dies nicht, dem bösen Nachbarn missfällt jenes.

Ein ganz neuer böser Nachbar hat sich nun im Landtag des nordrheinwestfälischen Düsseldorf eingenistet und mit ihm Forderungen, die das Leben schwer machen.
Das Kabinett um die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fordert ein absolutes Rauchverbot (unter anderem bzw. vor allem) zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit. Und nicht nur da. Damit Kinder und Jugendliche nicht in die Gefahr des Passivrauchens geraten, soll der blaue Dunst auch in Vereinsheimen mit abgetrenntem Raucherraum und in Eckkneipen unterbunden werden. Wieso auch nicht?
Immerhin gibt es ja Unmengen an Kindern und Jugendlichen, die sich nach dem Ganztagsunterricht in die nächste Pinte im Ort zurückziehen, um dort ihr wohlverdientes Feierabendbier zu sich zu nehmen, und dass sie dabei nicht zugequalmt werden sollen ist nur allzu verständlich.

Gemäß des Kabinetts gibt es im derzeitgen Nichtraucherschutzgesetz zu viele Schlupflöcher, doch es stellt sich mir die Frage, ob es sich bei all dieser Hetze wirklich um ein Rauchverbot handelt und nicht eher um ein Raucherverbot!

Raucher sind Menschen zweiter Klasse!

Raucher verschmutzen die heile und gesunde Welt, in der die Kinder dieses Landes aufwachsen sollen!

„Kauf nicht bei dem ein! Der ist Raucher!“
Wie lange wird es wohl dauern, bis solch ein Satz Einzug in den gesellschaftlichen Alltag erhält? Wann wird es Sonderzüge der DNRB, der Deutschen Nichtraucherbahn, geben, die Raucher in dunklen Wagons in eigens für sie konzipierte Areale bringt, wo sie erst nach arbeitsspezifischen Kriterien aussortiert und dann den ganzen Tag in der Nikotinpflasterproduktion eingesetzt werden, während schießwütige und nichtrauchende Militärs mit ebenso nichtrauchenden Schäferhunden Wache halten?

Nikotinpflaster! Nikotinpflaster mit besonderen Wirkstoffen zur Züchtung einer reinen Nichtraucherrasse!

Und diejenigen Raucher, die noch nicht die Lagerpforte mit dem Schriftzug „Einatmen macht frei“ durchschritten haben und nach wie vor unheilvoll durch die deutschen qualmfreien Straßen gehen, unerkannt und ohne dass jedermann schon von weitem vor ihnen gewarnt wird, werden gekennzeichnet.
Ein Flicken auf der Jacke sollte Abhilfe schaffen; eine große gelbe Zigarettenschachtel mit einem „r“ darin, in der Art, wie es auch im Marlboro-Schriftzug zu finden ist.

Jaja, geht alles seinen bisherigen Gang, wird der Nichtraucherwahnsinn schon bald Methode haben, mehr Methode als der Rassenwahnsinn, der vor fast siebzig Jahren endlich sein Ende fand.

Aber okay! Ich gestehe, dass der Vergleich mit dem Naziregime übertrieben ist. Schließlich sind Hitler und sein Kabinett gänzlich willkürlich vorgegangen. Hitler hatte völlig willkürlich Juden verfolgen lassen und man stelle sich vor, ihm war es damals völlig egal gewesen, ob die verfolgten rauchten oder nicht. Mal ehrlich, willkürlicher geht es doch gar nicht mehr!
Deshalb möchte ich mich bei allen entschuldigen, die sich durch diesen Artikel angegriffen fühlen, denn etwas, wie dem eben dargestellten wäre heute natürlich undenkbar. Heutzutage gibt es keine Willkür mehr, das 21. Jahrhundert sieht eine gezielte Verfolgung vor! Wenn also jüdische Mitbürger zur Kasse gebeten werden sollen, dann bitte nur diejenigen, die Zigaretten bei sich führen.


Doch, warum so einseitig? Wenn Jugendschutz, dann richtig, und deshalb fordere ich
Die totale Verbannung aller Fetten!

Mal im Ernst! Soviel Gewebewasser und schwere Knochen, wie sie auf Deutschlands Straßen zu sehen sind, gibt es auf der ganzen Welt nicht! Es handelt sich hierbei um ungesunde Ernährung und Fresswahn, nicht weniger (eher mehr)!

Unter den Kindern dieses Landes gibt es immer mehr Mädchen und Jungen, die übergewichtig sind, was auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden führen kann, und genau da muss angesetzt werden.
Aber wie?

Nun, ich habe da 'mal etwas vorbereitet:

      1. Gemäß einer, unter medizinischen Gesichtspunkten erstellten, Liste wird das erlaubte Höchstgewicht eines jeden Bürgers bestimmt.
        (mögliche Kriterien könnten sein: Alter, Geschlecht, Körpergröße, sportliche Aktivitäten, Arbeitsfeld)

      1. Im Falle eines Überschreitens des Höchstwertes wird die Person für eine bestimmte Zeit unter Arrest gestellt.
        (Der Zeitfaktor wird auch hier medizinisch ermittelt und entspricht in seinem Umfang der Zeit, die der Arretierte benötigt, um wieder zu normaler Masse zu gelangen.)
Wird der Arrest erfolgreich überstanden, darf die Person rehabilitiert in die Gesellschaft zurückkehren.
Wird allerdings das Ziel des Arrestes in der vorgegebenen Zeit nicht erreicht, kann nach einer MPU, also einer medizinisch-prychologischen Untersuchung, eine Fristverlängerung gewährt werden. Andernfalls tritt automatisch Schritt 3 in Kraft.

      1. Nicht zu kurierende Personen, d.h. solche, die den Arrest ungenügend beenden oder mehrfach rückfällig werden, sind endgültig aus der Gesellschaft zu entfernen!
        (Es bietet sich hier an, ein Reservat zu gründen, in denen die Missgestalteten und schlechten Vorbilder ihren Lebensabend verbringen können. Denkbar wäre, nach französischem Vorbild, eine Insel -z.B. Helgoland.)

Natürlich ist übergewichtigen Bürgern eine Fortpflanzung untersagt, wenn festgestellt wurde, dass die übermäßige Beleibtheit genetisch bedingt oder derart fest im eigenen Denken verwurzelt ist, sodass befürchtet werden muss, die nächste Generation würde mit den selben Problemen und Problemzonen zu kämpfen haben. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um den Versuch einer Züchtung einer Eliterasse handelt. Es sollen einzig gewisse gesundheitliche Mangelerscheinungen bereits pränatal ausgeschlossen werden.

Samstag, 7. Januar 2012

Er hatte ein erfülltes Leben

Es gibt einen Satz in der deutschen Sprache, der immer dann Anwendung findet, wenn eine Person im fortgeschrittenen Alter verstirbt. Von Hinterbliebenen weniger, wohl aber von Menschen, die im Rahmen einer Bekanntschaft eine Verbindung zu dem Verstorbenen hatten, und solchen, die ihn gar nicht kannten, hört man oft, als wäre es eine Rechtfertigung für das Ableben des Betagten, immer wieder die Worte: „Er hatte ein erfülltes Leben!“
Vor einigen Tagen verstarb im Alter von 108 Jahren der bekannte Schauspieler Johannes Heesters. Er hatte es geschafft, die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes unserer Gesellschaft um Längen zu überbieten und ist nun tot. Auch er hatte, wenn man sich seine Biografie vor Augen hält, ein erfülltes Leben, nicht wahr?
Nun, ich möchte den geneigten Leser an dieser Stelle zu einem kleinen Gedankenspiel auffordern.

Sie alle kennen Menschen im Rentenalter, vor allem solche, die bereits in Rente gegangen sind. Vielleicht kennen Sie sogar jemanden, der Frührentner ist -um so besser.
Bitte stellen Sie sich eine Person dieser Art vor.
Nun rekapitulieren Sie dessen Leben.

Schritt 1:
Die Person ist aufgewachsen und zur Schule gegangen. Dort hat sie viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.

Schritt 2:
Nach der schulischen Ausbildung kam die berufliche in Form einer Lehre oder eines Studiums. Auch hier hat die Person viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so manches erlebt.

Schritt 3:
In der Zeit, da die Person ihrem erlernten Beruf nachging, ereignete sich weiterhin mannigfaltiges.
Erneut lernte sie viel (man lernt schließlich nie aus), sammelte Erfahrungen und erlebte so manches.
Sie ging auf Reisen und gab ihr Geld, soweit es ihr möglich war, für Anlegenheiten aus, die ihr bedeutend erschienen. Zudem setzte sie eventuell ein oder mehrere Kinder in die Welt, denen sie ihr Wissen vermittelte -eine Art kultureller oder gesellschaftlicher Nachlass.

Schritt 4:
Das Jetzt!
Die Person ist nicht länger werktätig und hat sich zur Ruhe gesetzt. Sie hat somit gelernt, erfahren und erlebt, was ihr möglich war.

Schritt 5:
Ein Ausblick!
Was wird noch kommen im Leben der Person?
Vielleicht wird sie nach wie vor auf Reisen gehen, Wanderungen unternehmen oder Sport treiben, um sich körperlich fit zu halten. Vielleicht legt sie sich auch ein Hobby zu, wie etwa das Lesen von Büchern, das Fertigen von Modellen oder das Installieren einer Modelleisenbahn nebst Landschaft. Vielleicht sammelt sie auch Briefmarken, oder, oder oder...
Sie wird also weiterhin etwas lernen, erfahren und erleben.

Doch über eines sollten wir uns im Klaren sein. Egal wie lange die Person noch leben wird, es wird immer eine Reise geben, die sie nicht mehr unternehmen kann, einen Wanderweg, den sie nicht mehr ablaufen kann, ein Buch lesen, dessen letzte Seiten sie nicht mehr lesen wird, oder ein Modell bauen, welches den letzten Anstrich nicht mehr von ihr bekommen wird.

Die Frage, die sich nun stellt, ist die, wonach bemessen wird, wann ein Leben als erfüllt und wann als unerfüllt bezeichnet werden kann.
Eine Erfüllung ist, nehmen wir das Wort einmal auseinander, von „Voll sein“ geprägt. Es ist „erfüllt“ bzw. „befüllt“ oder „gefüllt“. Wenn etwas voll ist, beispielsweise ein Glas, in welches Wasser eingeschenkt wurde, dann kann nicht mehr Wasser eingeschenkt werden. Da aber ein Mensch kein Glas ist und es zu viele Dinge auf Erden gibt, an denen ein Mensch teilhaben kann, kann sein Leben nie als erfüllt betrachtet werden. Schließlich gibt es immer mindestens eine Sache, der er nicht mehr nachgehen, die er nicht mehr vollenden kann.

Ich selbst bin sechsundzwanzig Jahre alt und habe schon viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und so einiges erlebt. Aber, würde ich morgen vom Auto angefahren werden und sterben, würde niemand auf die Idee kommen, zu behaupten, ich hätte ein erfülltes Leben gehabt.
Dafür bin ich nicht alt genug. Johannes Heesters hingegen schon.

Daher sollte einmal darüber nachgedacht werden, ob die Phrase vom erfüllten Leben, diese falsche Legitimation des Sterbens, nicht ersatzlos aus dem Wortschatz gestrichen werden sollte. Vor allem im Hinblick auf die Hinterbliebenen, denn einen Trost ist dieser Satz in keinem Falle. Jeder Mensch, der stirbt und andere Menschen, die ihn lieben und die er liebte, um sich hatte, ist es wert, dass er weiterlebt, ganz gleich, wie viel er in seinem Leben gelernt, erfahren und erlebt hat.

Mittwoch, 24. August 2011

-Monopoly- oder -Geld regiert die Welt des Verstandes-


Gestern Abend hatte ich eine interessante Unterhaltung.
Sie entstand, wie viele Unterhaltungen, rein intuitiv, und endete entschieden anders als man zunächst vermutet hätte.
Über Arbeitssituationen und die Rolle des Geldes in der heutigen Zeit kamen wir, d.h. ich und mein Gesprächspartner, schließlich zum Brettspielklassiker „Monopoly“, der, wie ich über Wikipedia herausgefunden habe, seinen Ursprung schon im frühen 20. Jahrhundert hat.


Fragen kamen uns in den Sinn.


Wie genau wird Monopoly gespielt?


Was ist das Ziel des Spiels?


Was, wenn die Regeln (und das machen alle Monopoly-Spielrunden irgendwann) abgeändert oder erweitert werden?


Wie verhalten sich die Spieler?


Was geht in den Köpfen der Spieler vor bzw. was sind deren Denkmuster?


Es ist kaum zu glauben, aber leicht vorzustellen. Der Spieler mutiert zu einem Tier des Kapitalismus, wenn er erfolgreich ist, oder er stürzt in nicht unerhebliche emotionale Tiefen, wenn eben jener Erfolg ausbleibt.


Hier nun ein paar Gedanken, die ich mir, zu dieser späten Stunde, will sagen, die Sonne wird gleich aufgehen, bei einer gemütlichen Zigarette zurechtspinne.


Monopoly ist eine wirklich besondere Sache, doch zuvor ein paar Worte zur Rolle des Geldes, eines, wie wir wissen, nicht unerheblichen Faktors in dieser unseren realen Welt.


Was ist Geld?


Geld ist ein Medium, ein ideelles Maß, mit dem wir den Wert von Produkten, Dienstleistungen, usw. bestimmen. Dank des Geldes brauchen wir uns keinen Kopf mehr darüber zu zerbrechen, wieviel Schwein wir für einen Laib Brot eintauschen müssen. Ist das Brot ein ganzes Schwein wert, ein halbes oder reicht für den Tausch doch nur eine Haxe?
Geld legt den Kurs des Tausches fest. So gesehen ist Geld eine sehr sinnvolle Sache. Wir tauschen Geld gegen das Gut ein, welches wir haben bzw. in Anspruch nehmen möchten.
Nun haben verschiedene Güter unterschiedliche Werte und manche übersteigen unser aktuelles Budget. Da wir das Gut jedoch besitzen bzw. in Anspruch nehmen möchten, legen wir nach und nach gewisse Mengen an Geld beiseite, bis wir genügend davon zur Verfügung haben, und tauschen anschließend.
Jetzt ist die Gesellschaft inzwischen derart komplex geworden, dass wir auch an sogenannte schwierige Zeiten denken müssen/sollten/wollen. Alter, Krankheiten, Arbeitslosigkeit und andere Probleme können uns vom dauerhaften Wirtschaften abhalten. Also sparen wir Geld, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können.
Fassen wir den Kreis größer, so sehen wir, dass es ab einer gewissen Menge an Geld, die wir besitzen, Spaß macht, selbiges zu haben und zu vermehren. Dieses nutzen wir nun nicht mehr zum Tauschen. Es ist eigentlich unnötiger Weise in unserem Besitz.


Banken, wenn ich einmal so kühn sein darf, dies zu behaupten, unterstützen diese Lust. Banken bitten uns, ihnen unser Geld oder zumindest einen Teil davon, zur Verfügung zu stellen und bieten uns dafür sogar weiteres Geld, gemessen an der Menge, die wir bei der Bank deponieren (klingt wunderbar paradox... Banken brauchen unser Geld, um existieren und arbeiten zu können, nehmen es uns aber nicht weg. Im Gegenteil, sie geben uns sogar mehr zurück, als wir zur Verfügung gestellt haben^^).


Wir bekommen also mehr und mehr Geld, obwohl wir nicht das Geringste dafür tun. Unser Geld mehrt sich sozusagen von alleine, was unseren Spaß daran sogar noch vergrößert.


Kurz gefasst, wir haben schließlich Geld nicht mehr nur als Tauschmittel oder als Absicherung, sondern allein um des Geldes wegen. Wir haben Geld um Geld zu haben. Warum, wieso, weshalb weiß kann ich nicht beantworten, aber es ist so. Gerne sprechen wir, vor Neid und Jähzorn erblassend, von den Reichen, die Unmengen an Geld besitzen, aber zu geizig sind, es einzutauschen. Genau an dieser Stelle, d.h. bei eben jenen Reichen, ist der Besitz des Geldes allein um des Geldes Willen, in Reinkultur zu bestaunen.


Geld ist somit lebendig und damit zurück zum anfangs genannten Brettspiel.


Bei Monopoly, das wissen wir alle (und die, die es nicht wissen... Ihr tut mir ehrlich leid!), steht uns zu Beginn eine gewisse Menge an (Spiel-)Geld als Startkapital zur Verfügung, mit der wir Straßen erwerben und bebauen können. Kommt nun ein Mitspieler auf eine unserer Straßen, wird eine Beherbergungssituation simuliert, an deren Ende eine Mietzahlung fällig ist. So erwerben wir neues (Spiel-)Geld, welches wir zu gegebener Zeit in weitere Straßen, Häuser und Hotels investieren können (→ Geld als Tauschmittel).
Runde um Runde geht es genauso zu bis schließlich alle Straßen unbebaut oder bebaut unter den Spieler aufgeteilt sind. Und genau an dieser Stelle wird es spannend. Der Charakter des Spiels ändert sich. Theoretisch muss er das nicht. Das Spiel könnte an dieser Stelle abgebrochen werden. Die Werte der Straßen und Häuser/Hotels werden erhoben und dem Barvermögen hinzugefügt. Anschließend werden die Endbeträge verglichen und ein Sieger gekrönt. Je nach Harmoniegrad innerhalb der Gruppe dürfte es natürlich (so langweilig es auch wäre) auch zweit-, dritt- und viertplatzierte geben. Die haben dann zwar immer noch nicht gewonnen (LOSER), aber alle sind dennoch glücklich.
Nun sieht die Praxis allerdings anders aus. Entschieden anders. Das Spiel endet nicht. Im Gegenteil, es geht weiter und das richtig böse. Die Spieler fangen an, sich gegenseitig in Tauschhandel zu ziehen. Sie möchten gerne die Straßen, die ihnen noch fehlen, besitzen. Sie wollen diese Straßen. Sie wollen sie haben, sie bebauen und dann nochmal und nochmal und sie wollen, dass die übrigen Mitspieler, die mittlerweile zu Gegnern geworden sind, die richtigen Augen würfeln und auch auf diesen neuen bebauten Straßen landen. Sie sollen da übernachten und richtig dafür blechen. Die Berge an (Spiel-)Geld sollen sich bei einem selbst häufen und wehe, man selbst kommt auf ein Ereignisfeld und muss für diese scheiss -Verzeihung- dämlichen Renovierungsarbeiten zahlen.


Mal im Ernst, wofür gibt es diese Karte eigentlich? Altbauten sind doch toll! Sie haben ihren eigenen Charme und sollten eigentlich noch mehr Miete einbringen als normal. Darüber hinaus ziehen Burgruinen jährlich Millionen von Touristen an, die es einfach toll finden, kaputte Mauern anzuschauen. Wieso also RENOVIEREN?


Na? Hat sich der geneigte Leser etwa selber erkannt?
Man will diese Renovierungen nicht durchführen. Man verzichtet lieber auf das Los-Feld, verzichtet freiwillig auf das Leben als freier Mensch und geht für ein, zwei Runden ins Gefängnis, zahlt die dummen Steuern kurz vor der Schlossallee oder macht sinnlose Zugeständnisse, solange man nur nichts neu streichen oder doppelt verglasen muss!!!!! Wenn ein Auto alt ist, kriegt es auch ein H-Kennzeichen und keine Chromlackierung nebst KAT und Rußpartikelfilter. Wieso also dieses blöde rote Hotel?????


Aber manchmal geht es nicht anders. Man muss zahlen und es tut weh, immens weh.


Und das Spiel geht weiter.


Es kommen noch weitere Runden und das (Spiel-)Geld kommt wieder 'rein. Der persönliche schwarze Freitag wird überwunden sein und, wenn der kleine Ducksche Geldspeicher, welcher in ordentlichsten Stapeln vor einem aufgereiht daliegt und sich im Glanze seiner Existenz sonnt und wieder zu alter Pracht angewachsen ist, sind die anderen dran. Der Spieler nimmt sie aus und weidet sich an deren Verlusten und dem sich ankündigenden Untergang der einstigen Freunde. Die (Spiel-)Geldmengen der anderen schrumpfen, der Spieler kann dabei zusehen, wie die Stapel der anderen kleiner und kleiner werden und schließlich verschwinden.


Doch das Spiel muss nun auch hier noch immer nicht zu Ende sein.


Der Spieler zeigt sich großherzig. Er möchte den Gegner zucken sehen, wie ein Tier, dass von einem dummen Jungen gequält wird. Er bietet an, ihm Geld zu borgen, für eine gewisse Zeit, gegebenenfalls mit Zinsen oder er kauft dem Spieler Teile seiner verbliebenen Lebensgrundlage ab. Nicht unbedingt zum Marktpreis, aber er kauft und während der Gegner weiterhin schrumpft, wächst der Spieler zu einem Ungetüm, einem alles verschlingenden (spiel-)wirtschaftlichen Giganten heran, stets sein Ziel vor Augen haltend, dem Namen des Spiels gerecht zu werden und eine Monopolstellung einzunehmen.


Erneut vergeht Runde um Runde und dann, endlich kommt es zur Stunde Null!


Einzig ein Spieler hat noch seine Figur auf dem Brett und der Krieg ist vorbei. Er ist glücklich. Er schaut noch einmal über das Brett, sieht die Gesichter seiner besiegten, langsam wieder als Freunde erkennbaren Mitspieler und erstarrt und zuckt zugleich in diesem letzten Moment.
Während die Spielfigur des Spielers weggelegt wird, die Ereignisfeld-, Gruppenfeld- und Straßenkarten säuberlich gestapelt im Spielkarton verstaut und die Häuser und Hotels in ihr Nachtlager verfrachtet werden, blickt der Spieler auf seinen Reichtum und zögert diesen einen kleinen Augenblick.
Der Tauschgedanke bricht aus den Tiefen des Verstandes wieder hervor.
Wären diese Papierscheine echt, was könnte er sich nun davon kaufen? Wie hätte er doch ausgesorgt für den Rest seines Lebens und das der Kinder und Kindeskinder und...? Er stellt sich diese Frage und überlegt zudem, ob es nicht irgendwo auf der Welt eine Wechselstube gäbe, die genau diese Scheine, dieses hart erworbene (Spiel-)Geld in eine echte Währung umtauschen könnte. Zugegeben, das vorliegende Monopolyspiel wäre dann nutzlos, aber er, der Sieger, der Herrscher, hätte ja die Möglichkeit, ein neues Spiel zu kaufen.


Doch die Realität kehrt langsam wenngleich schmerzhaft zurück und er sammelt die Noten zusammen und gibt sie ab.


Das ist Monopoly...




Hier nun die Frage:


Was bringt den ansonsten sehr umgänglichen, vielleicht gar sozial engagierten Menschen dazu, sich so zu verändern?


Ich denke, dass es dem Wesen des Menschen entspricht, so zu handeln.
Im Anfang war der Mensch in seiner primitivsten Form ein Jäger und ein Sammler. Zwar gab es schon damals Rivalitäten zwischen einzelnen Gruppierungen, doch wurde niemand ernstlich in Mitleidenschaft gezogen. Sicher rollten Köpfe, wenn es darum ging, zu klären, wer das Mammut nun essen durfte, aber die Verluste waren klein. Die Menschheit im Ganzen war nie in Gefahr.
Jetzt sind einige Jahrtausende ins Land gegangen und Mammuts sind nicht länger Streitgegenstand, aber die Sache mit dem Jäger und Sammler ist nach wie vor existent. Und, da ich den Menschen als Raubtier sehe, und das ist er, ohne Zweifel, ist auch der Hang zur Macht, die ihn davor bewahrt selber erlegt zu werden, noch immer vorhanden. Hierzulande ist es nicht an der Tagesordnung, sich gegenseitig zu enthaupten, auch wenn Morde fester Bestandteil der Tagesschau sind und wohl auch immer bleiben werden.
Macht und Sieg über andere ist unblutig zu erreichen.


Der Mensch muss nur einen Hebelpunkt finden, der sein Gegenüber zu Fall bringt. Dieser He belpunkt ist klein, rund und metallisch oder rechteckig und mit Baumwollfasern versehen und passt in jedes Portemonnaie. Ohne Geld ist der Mensch kaum des Überlebens fähig. Hat der Mensch also das Geld seinen Gegenüber, hat er effektiv SEIN Gegenüber.
Zudem ist Macht eine wachsende Angelegenheit. Und da der Mensch nach einem oder nach ein paar Erfolgen schon ein gewisses Maß an Macht hat, ist es für ihn um so einfacher, mehr Macht zu kriegen. D.h. er muss sich gegebenenfalls bei weiterer Machtexpansion nicht ganz so viel anstrengen, wie beim ersten Mal.


Was ich damit meine ist, dass spätere Machtkämpfe, die durch die Präferenzen leichter sind, mehr wie ein Spiel wirken, was zu spielen Spaß macht, nur dass der Mensch es nicht mehr ganz sieht bzw. den Unterschied zwischen dem eigentlichen Handeln und einem Spiel sieht.
Umgekehrt geht das auch. Wer innerhalb eines Spiels zu Macht kommt, geht in einen Zustand über, der halb Kampf halb Spiel ist und auch hier sind die Übergänge fließend und für den Spieler nicht immer klar zu erkennen.


Ein gutes Beispiel dafür ist Schach. Hier sind nicht nur die Grenzen fließend, das ganz Spiel ist derart. Der Spieler spielt Krieg. Und wen wundert es da, dass der Spieler bei Monopoly das eigentliche Ziel, spielerisch und unterhaltsam zu Spielgeld zu kommen, aus den Augen verliert und am Ende nicht länger Spielgeld sondern vielmehr (Spiel-)Geld vor sich liegen hat?!




An dieser Stelle endet mein kleiner Aufsatz. Dass ich nicht alle Faktoren erfasst habe, ist mir klar. Dass ich dadurch dem Sachverhalt eventuell eine etwas andere Bedeutung gegeben habe, ist ebenfalls etwas, dass mir durchaus bewusst ist, und sollte ich für den einen oder anderen etwas zu sprunghaft gewesen sein, so bitte ich um Entschuldigung, doch bedenkt, ich wollte keine Diplomarbeit abliefern. Wer allerdings ein Körnchen Wahrheit in diesem Text gesehen hat, dem sei gesagt, dass es noch schlimmer geht, was die Rolle des Geldes anbelangt. Doch, welche Ideen ich zu dem eher weniger bekannten Spiel „Geld und Börse“ habe, dessen Spielprinzip dem von Monopoly nicht unähnlich ist, den muss ich bis auf weiteres vertrösten. Doch, solltet Ihr es irgendwo sehen, kauft es ruhig.


Es zu spielen ist sehr unterhaltsam^^.

Mittwoch, 27. Mai 2009

EU-Südosterweiterung

Landesrecht!
Bundesrecht bricht Landesrecht!
EU-Recht bricht Bundesrecht!

Eine wichtige Vorraussetzung für die eventuelle Aufnahme der Türkei in die Europäische Union ist die Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei.
Wieso??? Wiese müssen de Türken grundsätzlich auf ihre Todesstrafe verzichten? Muss es nicht reichen, dass in der Türkei niemand mehr umgebracht werden darf, weil die EU es verbietet?

Das große Europa, welches sich so wunderbar durchzusetzen vermag... und uns so reichhaltig unterstützt...

Im Ernst, wieso hängt sich die EU an solchen Kleinigkeiten auf? Todesstrafe, dass ich nicht lache.
Im deutschen Bundesland Hessen ist die Todesstrafe nach wie vor Teil der Landesverfassung, doch da das Bundesrecht über dem Landesrecht steht, ist dieser Artikel 21 unwirksam. Niemand kommt auf die Idee, Hessen oder gar die gesamte Bundesrepublik aus der EU auszuschließen.

Viel interessanter wäre doch die Frage, wo Europa eigentlich aufhört? Welcher Staat besitzt die Legitimation zu Europa gehören zu können?

Lage, Geschichte, Kultur, Sport.....